Beissen - KINDEROASEN WÜRENLOS

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Wissenswertes
Unsere Tochter beisst


Unsere Tochter (1 ½) geht seit 6 Monaten in die Kita und beisst dort die anderen Kinder. Meist kann keiner einen Anlass sehen, manchmal will sie sich durchsetzen, wenn es um Spielzeug geht. Die anderen Kinder haben z.T. heftige blaue Flecken und Beschwerden von anderen Eltern gab es auch schon.

Antwort: Beissen tritt bei 1 ½ bis 3-jährigen Kinder auf. Entweder haben sie den tollen Effekt entdeckt, den sie damit hervorrufen können: das gebissene Kind schreit ganz laut, alle rennen herbei, und es selbst bekommt viel Aufmerksamkeit, oder sie haben erlebt, dass man sich mit Beissen sehr gut durchsetzen kann. Dass Beissen ist in dem Alter vielleicht auch deswegen so nahe liegend weil die Kinder mit den Zähnen einen grossen Effekt auslösen können, für den sie z.B. beim Schlagen noch gar nicht genug Kraft hätten und wofür ihnen die Koordination noch fehlt.

Wenn Sie bzw. die ErzieherInnen Ihrer Tochter, wenn sie gebissen hat, so wenig Aufmerksamkeit wie möglich geben, aber dem gebissenen Kind umso mehr, wird sie merken, dass das Beissen in Bezug auf die Aufmerksamkeit nicht so viel bringt. Wenn Ihre Tochter im Kontakt mit anderen Kindern sich auf angemessene Weise erhält: sofort ganz viel Aufmerksamkeit und Lob, damit sie weiss, was sich wirklich lohnt.

Falls sie versucht, sich mit Beissen durchzusetzen, greifen Sie ruhig ein und helfen ihr, ihren Wunsch mit den Worten, die sie schon kennt, zu äussern: "haben", "meins", und finden Sie mit ihr eine Lösung, wenn sie es damit nicht schafft.

Sobald Kinder lernen, sich besser mit Sprache auszudrücken, hört das Beissen meist auf, es sei denn, die Kinder haben bis dahin durch die Reaktionen der Umgebung gelernt, dass Beissen sich richtig lohn.


Immer wieder erleben Eltern, dass Kinder von einem Spielkameraden gebissen werden. Entsetzen und Empörung sind dann verständliche Reaktionen, während die Eltern des kleinen Uebeltäters meist mit Ratlosigkeit und Scham reagieren. "Warum beisst mein Kind und was kann ich dagegen tun?" fragen sie sich.

Nur eine Phase?

Zunächst einmal sollten Sie wissen, dass es durchaus normal ist, dass Kinder im zweiten Lebensjahr beissen oder sich aggressiv verhalten.

Versetzen Sie sich einmal in die Lage Ihres Kindes:

Die ganze Welt ist grösser als Sie, aber Sie wollen Ihre vollständige Unabhängigkeit. Sie können praktisch nicht sprechen und glauben, dass andere Ihre Gedanken lesen können. Und jetzt hat gerade jemand Ihnen Ihr Spielzeug weggenommen, von dem Sie sicher sind, dass es rechtmässig Ihnen gehört...

Das Ausdrücken von Gefühlen fällt Kindern in diesem Alter schwer, weil sie sich verbal noch nicht ausreichend verständlich machen können. Sie beissen und hauen, um sich auszudrücken, um Unabhängigkeit zu erlangen oder um ihrer Frustration Luft zu machen.

Gerade Kinder, die beim Sprechen in der Entwicklung etwas langsamer sind, neigen zu aggressiven Reaktionen, die sich bald legen, sobald sie sprechen gelernt haben. Manchmal geht es auch darum, sich zu verteidigen, z.B. wenn ein anderes Kind die Flasche weggenommen oder an den Haaren gezogen oder geschubst hat. Nicht aggressiv zu reagieren verlangt Selbstkontrolle - die hat ein Kind im zweiten Lebensjahr noch nicht erlangt.

Experimente mit Ursache und Wirkung

Einjährige und auch Zweijährige erforschen Ihre Welt mit dem Mund. Sie lernen, indem sie Dinge in den Mund nehmen - der Arm ihres Freundes macht da leider keine Ausnahme. Und haben Sie sich auch schon einmal gefragt, warum Kinderspielzeug für diese Altersstufe immer mit Geräuschen oder blinkenden Lichtern verbunden sind? Es liegt daran, dass Kinder im zweiten Lebensjahr "Ursache und Wirkung" zu verstehen lernen. Sie erkennen, dass eine Handlung auch eine Folge hat. Wenn Ihr Kind also einen Spielkameraden beisst, dann kann es daran liegen, dass es einfach einmal herausfinden wollte, was in diesem Fall passiert.

Sich Platz verschaffen

Kleine Kinder haben noch kein gutes räumliches Gespür. Manchmal finden sie sich in einer Situation wieder, in der sie sich von anderen Kinder beengt fühlen. Spielzeuge und Aufmerksamkeit müssen plötzlich mit mehreren Kindern geteilt werden. Sie kratzen, hauen oder beissen, um sich Raum zu schaffen. Manchmal sind Kinder auch einfach nur müde, hungrig oder frustriert oder von der Umgebung (Kindergruppe) überreizt. Dann beissen, schlagen oder kratzen sie, weil sie noch nicht gelernt haben, sich in solchen Momenten zurückzuziehen.

 
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